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Kontaktlinsen: Hart oder weich?

Ein kleiner Leitfaden rund um die Linse – was zeichnet formstabile und weiche Kontaktlinsen aus und wie pflegt man seine Kontaktlinsen richtig?
Service – 27. September 2017

Der wesentliche Unterschied von Linsen zu Brillen ist einfach erklärt: Kontaktlinsen korrigieren Fehlsichtigkeiten direkt am Auge – der Abstand von Brillenglas zum Auge fällt weg. Das Resultat ist meist eine höhere Sehschärfe als mit Brille.

Kontaktlinsen bringen aber noch mehr Vorteile mit sich: So schränken sie das Gesichtsfeld nicht ein, können nicht beschlagen, eventuelle Druckstellen an der Nase oder hinter den Ohren bleiben aus und im Alltag bzw. bei sportlichen Aktivitäten ist nichts im Weg – man kann quasi so frei agieren, als würde man „ganz normal“ sehen. Kein Wunder also, dass gerade beim Sport und in der Freizeit oder beim Weggehen viele auf die Linse setzen.

Die Qual der Wahl

Durch Kontaktlinsen können sowohl Kurz- als auch Weit- und Alterssichtigkeit, mit oder ohne Hornhautverkrümmung rasch korrigiert werden. Voraussetzung ist jedoch, dass man die richtige Linse für sein Auge und seine persönlichen Bedürfnisse bzw. Gewohnheiten trägt! Unterschieden wird zwischen weichen und formstabilen (auch als „hart“ bezeichneten) Kontaktlinsen, wobei es bei der weichen Variante noch weitere Untergruppen gibt – von der Tages- über die 14-Tages, Monats- bis hin zur Jahreslinse.

Softie oder harter Typ?

Weiche Kontaktlinsen

Diese schmiegen sich durch ihre Beschaffenheit und Größe gut an die Augenform an und sind im Allgemeinen gut verträglich, da ein Fremdkörpergefühl durch das weiche Material kaum gegeben ist. Deshalb gewöhnt man sich auch als Linsen-Neuling schnell daran.

Allerdings sind weiche Linsen weniger sauerstoffdurchlässig, was bei langen Tragezeiten dem Auge schaden bzw. die Verträglichkeit verschlechtern kann. Bei modernen Hightech-Linsen aus Silikon-Hydrogel ist dieses Risiko allerdings nur mehr gering.

 

Formstabile Kontaktlinsen

Diese sind im Durchmesser kleiner als die weiche Variante und „schwimmen“ daher stärker auf dem Tränenfilm, dadurch werden sie laufend mit ausreichend Tränenflüssigkeit unterspült und die Hornhaut besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Sie werden individuell ans Auge angepasst und können je nach Person und Verwendungshäufigkeit bis zu zwei Jahre lang getragen werden. Allerdings können formstabile Linsen – gerade in der Eingewöhnungsphase – ein Fremdkörpergefühl hervorrufen. Sie fallen bei ruckartigen Bewegungen, etwa beim Sport, auch leichter aus dem Auge und gehen dadurch häufiger verloren.

Wie ein Fingerabdruck

Ob man eher der Typ für formstabile oder weiche Kontaktlinsen ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Einerseits von der Beschaffenheit des Auges – Sehkraft, Hornhautoberfläche, Zustand des Tränenfilms – andererseits von den persönlichen Ansprüchen und Gewohnheiten des Trägers.
Will man die Linsen nur hin und wieder zum Sporteln oder Weggehen einsetzen, benötigt man wahrscheinlich etwas anderes als jemand, der die Linse jeden Tag von früh bis spät tragen möchte.

Eines gilt für jede Art von Kontaktlinse, ob formstabil oder weich: Wie bei einem Fingerabdruck gleicht auch kein Auge dem anderen. Deshalb müssen Linsen immer von einem ausgebildeten Kontaktlinsenspezialisten angepasst werden.

Damit eine Kontaktlinse wirklich passt und vertragen wird, braucht es umfassendes Know-how rund um Anatomie, Physiologie und Pathologie des Auges, Hightech-Messmethoden sowie absolute Präzision bei der Anpassung. Und, nicht zu vergessen – eine Einschulung rund um richtiges Einsetzen und Pflegerituale sowie regelmäßige Verträglichkeitskontrollen.

Immer schön sauber bleiben!

Oberste Maxime für jede Kontaktlinse – egal, welcher Art – ist Hygiene. Abgesehen davon, dass man die Tragezeit je nach Linsentyp nicht überschreiten sollte, müssen Kontaktlinsen (außer Tageslinsen) täglich desinfiziert und gepflegt werden. Je nach Linsentyp werden unterschiedliche Pflege- und Reinigungsschritte und –mittel eingesetzt. Wer dabei zu salopp agiert, riskiert Protein- und Keimablagerungen auf den Kontaktlinsen, was schnell zu schmerzhaften Augenentzündungen führen kann.

Du möchtest wissen, welche Kontaktlinse genau die richtige für dich ist? Dann lass’ dich beim deinem geprüften Kontaktlinsenanpasser beraten! Dort bekommst du außerdem wertvolle Tipps rund um die richtige Handhabung und Pflege von Kontaktlinsen inklusive der passenden Aufbewahrung sowie Reinigungs- und Pflegemittel.

 

 

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