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Astigmatismus: Ein Knick in der Optik?

Was es mit einer verkrümmten Hornhaut auf sich hat
Service – 18. September 2017

Achtung, Astigmatismus! Keine Sorge: Es klingt wesentlich gefährlicher, als es ist. Astigmatismus, auch bekannt als Hornhautverkrümmung. Obwohl sie häufig zu Fehlsichtigkeit führt, handelt es sich bei einer verkrümmten Hornhaut um keine Krankheit, sondern vielmehr um eine anatomische Abweichung des Auges, die viele Menschen betrifft, meist angeboren ist und die sich im Laufe des Lebens nur wenig ändert.

Anders als bei Kurz- oder Weitsichtigkeit ist beim Astigmatismus nicht eine veränderte Länge des Augapfels die Ursache, sondern eine unregelmäßig gekrümmte Hornhaut.

Hornhautverkrümmung: Fast jeder hat’s!

Was im astigmatischen Auge genau passiert: Lichtstrahlen, die ins Auge einfallen, treffen nicht mehr gebündelt auf einem Brennpunkt der Netzhaut auf, sondern strich- bzw. stabförmig in zwei Brennlinien, also auf einer Achse. Astigmatismus wird deshalb auch „Stabsichtigkeit“ genannt. Abgeleitet wurde der Name aus dem Griechischen: „Stigma“ bezeichnet einen Punkt – Astigmatismus heißt also so viel wie „nicht am Punkt“.
Dadurch kommt es – je nachdem, wie stark die Hornhaut gekrümmt ist – zu unscharfem bzw. verschwommenem Sehen, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne. Oft treten durch die ständigen Versuche, das Bild scharfzustellen, auch Kopf- und Augenschmerzen auf.

Warum „verkrümmte“ Hornhaut?

Eine völlig gleichmäßig gewölbte Hornhaut gibt es selten. Leicht verkrümmt ist die Cornea, so der Fachausdruck dafür, bei fast jedem Menschen – ein Astigmatismus von bis zu 0,5 Dioptrien gilt als „normal“ und wird von Betroffenen meist nicht einmal wahrgenommen. Eine gewöhnliche Hornhautverkrümmung (Astigmatismus regularis) ist häufig angeboren und tritt auch häufig in Kombination mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auf.

Ebenso gibt es Fälle, in denen eine Hornhautverkrümmung erst durch verletzungsbedingte Narben im Auge oder bestimmte Krankheiten entsteht – man spricht dann von Astigmatismus irregularis.

Wie finde ich heraus, ob meine Hornhaut verkrümmt ist?

Festgestellt werden kann eine Hornhautverkrümmung nur vom Augenarzt oder Fachoptiker. Es gibt spezielle grafische Tests, die erste Hinweise auf Astigmatismus geben. Genau ermittelt wird jedoch im Rahmen eines Sehtests bzw. einer Refraktion (= Brillenglasbestimmung). Der Autorefraktometer bestimmt grob die Stärke des Astigmatismus, die detaillierten Werte der Verkrümmung werden dann im Rahmen einer subjektiven Refraktion ermittelt, bei der der Patient angeben muss, mit welchen Messgläsern er besser sehen kann.

Was tun bei Astigmatismus?

Korrigiert werden kann ein Astigmatismus sowohl durch eine Brille als auch durch Kontaktlinsen. Dabei kommen bei Brillen Zylindergläser zum Einsatz, bei Linsen greift man entweder zu formstabilen oder weichen, torischen Kontaktlinsen. Diese bündeln das aufs Auge eintreffende Licht so, dass es wieder punktförmig auf der Netzhaut eintrifft.

Hast du den Eindruck, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne unscharf zu sehen? Dann könnte eine Hornhautverkrümmung der Grund dafür sein.
Tipp: Am besten gleich einen Termin für einen Sehtest beim Fachoptiker ausmachen. Mit einer passenden Brille oder Kontaktlinsen ist der „Knick in der Optik“ schnell korrigiert!

 

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