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Wahrheit oder Gerücht? 7 Augen-Mythen im Check

Von „Iss’ doch mehr Karotten, dann siehst du besser“ über „Im Dunkeln lesen schadet den Augen“ bis hin zu „Beim Schielen können die Augen steckenbleiben“: Wir haben die gängigsten Mythen zum Thema Auge und Sehen unter die Lupe genommen.
Wissenswert – 12. Oktober 2018
  • Im Dunkeln lesen schadet den Augen

    Heimlich bei schummrigen Licht unter der Bettdecke lesen – das haben wir doch als Kinder alle gemacht, oder? Aber keine Sorge: Lesen bei schlechtem Licht strengt die Augen zwar mehr an, da sich bei wenig Licht die Pupille erweitert und die Tiefenschärfe schlechter wird. Dadurch ermüden die Augen zwar schneller – dauerhafte Schäden am Auge entstehen durch Lesen im Dunkeln allerdings nicht! Optimal zum Lesen (weil am wenigsten anstrengend für die Augen) ist übrigens Tageslicht.

  • Beim Schielen können die Augen steckenbleiben

    Ein populäres Gerücht, das wir vermutlich auch alle als Kinder mal gehört (und es mit der Angst zu tun bekommen) haben. Die gute Nachricht: Ein Steckenbleiben der Augen ist anatomisch nicht möglich – und es gibt bis dato keinen einzigen dokumentierten Fall, bei dem absichtliches Schielen den Augen geschadet hätte.

  • Brillen machen die Augen faul bzw. schlechter

    Viele Menschen sind immer noch der Meinung: Sobald ich eine Brille trage, gewöhnen sich die Augen daran und verschlechtern sich immer mehr. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Wer seine Brille oder Kontaktlinsen konsequent trägt, kann das weitere Verschlechtern seiner Sehfähigkeit dadurch deutlich verlangsamen! Wichtig sind Korrekturen von Sehschwächen vor allem bei kleinen Kindern – damit sich die Koordination von Augen und Gehirn optimal entwickeln kann, müssen selbst kleine Fehlsichtigkeiten so früh wir möglich korrigiert werden.

  • Karotten sind gut für die Augen

    Einer der berühmtesten Augen-Mythen schlechthin! Und ja, Karotten enthalten tatsächlich einen Inhaltsstoff, der wichtig für die Sehkraft ist: Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A, wird zum Aufbau der Sehpigmente Rhodopsin und Iodopsin benötigt, die die Lichtwahrnehmung bewerkstelligen. In Entwicklungsländern ist Vitamin-A-Mangel häufig für die Erblindung von Kindern verantwortlich. In unseren Breiten tritt ein solcher Mangel allerdings nicht auf – und auch eine Überversorgung mit Vitamin A (z. B. durch kiloweises Karottenessen) können das Sehvermögen nicht verändern.

  • Zigaretten sind schlecht für die Augen

    Ein ganz klares ja! Neben allen anderen möglichen Folgeerkrankungen des Rauchens – darunter Herz-Kreislauf-Krankheiten und Lungenkrebs – gilt Rauchen als einer der bedeutendsten (selbst beeinflussbaren) Risikofaktoren für die Altersbedingte Makuladegeneration, kann aber auch die Entstehung des Grauen Stars (Katarakt) fördern. Des Weiteren kann Zigarettenrauch zu trockenen, brennenden und gereizten Augen führen.

  • Nahe am Fernseher sitzen macht die Augen schlecht

    Falsch! Das Sehvermögen wird durch einen geringen Abstand zum TV nicht beeinträchtigt. Allerdings kann ständiges Auf-den-Bildschirm-starren – das gilt auch für Computer, Tablet und Smartphone – zu trockenen Augen führen. Was hilft? Regelmäßige (mindestens stündliche!) Pausen und Augen-Yoga. Wenn du allerdings so nah am Fernseher sitzt, weil du ansonsten nicht mehr scharf siehst, ist es Zeit für einen Sehtest! Apropos Fernsehen: Viele werden sich sicher noch an Omas Drohung „Wenn du weiter so viel fernsiehst, bekommst du viereckige Augen!“ erinnern. Damit lagen die Omis aber falsch. Zuviel Fernsehen tut Kindern zwar nicht gut – aber aus anderen Gründen: Beim Fernsehen (und Computerspielen) ist das Auge vorwiegend auf einen Punkt ausgerichtet. Da das visuelle System im jungen Alter allerdings noch nicht vollends entwickelt ist, braucht es mehr Input bzw. „Training“ – am besten bei Aktivitäten im Freien.

  • Das Auge isst mit

    Stimmt definitiv! Obwohl Augen und Magen anatomisch gesehen doch ein Stück voneinander entfernt sind, arbeiten sie in gewisser Weite zusammen: Sehen wir hübsch und liebevoll angerichtete Speisen, schüttet unser Gehirn das appetitanregende Hormon Ghrelin aus. Ein Mechanismus, der selbst dann funktioniert, wenn man eigentlich gar nicht hungrig ist …

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