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Kurzsichtigkeit bei Kindern – wie man vorbeugen bzw. was man dagegen tun kann

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter fortschreitender Kurzsichtigkeit – auch bekannt als progressive Myopie. Was dahintersteckt, wie man Risiken minimiert und wie Myopiekontrolle das Fortschreiten der Kurzsichtkeit eindämmen kann, verraten wir hier.
Service – 16. September 2019

Kurzsichtigkeit ist an sich nichts Schlimmes. Gerade bei Kindern und Jugendlichen schreitet die Fehlsichtigkeit oft allerdings sehr schnell fort – so kann im Laufe der Jahre einiges an Dioptrien zusammenkommen. Durch frühzeitiges Aktivwerden können Eltern jedoch wesentlich zur Augengesundheit ihrer Sprösslinge beitragen! In diesem Beitrag erfährst du

  • Wissenswertes hinter über die Hintergründe progressiver Myopie
  • mit welchen Mitteln das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bei Kindern kontrolliert bzw. verhindert werden kann
  • wie man selbst vorbeugen kann, um junge Augen vor fortschreitender Kurzsichtigkeit zu schützen.

Kurzsichtigkeit: Was steckt dahinter?

Wer unter Kurzsichtigkeit leidet, sieht ohne Korrektur durch Brille oder Kontaktlinsen in der Ferne unscharf – je nach Dioptrienzahl mehr oder weniger. Der Grund: Die Augen sind – simpel ausgedrückt – zu sehr in die Länge gewachsen. Die fortschreitende bzw. progressive Myopisierung beginnt oft schon im Kindesalter und dauert dann bis ins Erwachsenenalter, etwa bis Mitte 20 oder 30, an. Gerade im jungen Alter kann die Kurzsichtigkeit mit dem Wachstum sehr schnell voranschreiten.

Die moderne Welt scheint übrigens nicht ganz unschuldig daran zu sein – denn mit der zunehmenden Digitalisierung inklusive Lernen, Arbeiten bzw. Spielen am Bildschirm von klein auf steigt auch die Zahl der kurzsichtigen Kinder und Jugendlichen. Studien zufolge Studien werden im Jahr 2050 bereits rund 50 Prozent der Bevölkerung kurzsichtig sein – im Vergleich dazu waren es im Jahr 2000 „nur“ ca. 23 Prozent.

Woran man erkennen kann, ob ein Kind fehlsichtig ist, erfährst du hier – und warum regelmäßige Sehtests auch bei Kindern so wichtig sind, verraten wir in diesem Beitrag.

Weitere Details zum Thema Kurzsichtigkeit liefert übrigens dieser Artikel.

© iStock/LightFieldStudios
Bei fortschreitender Kurzsichtigkeit bei Kindern kommen statt Brillen spezielle Kontaktlinsen zum Einsatz, die eine Verschlechterung des Sehvermögens verlangsamen bzw. stoppen können.

Myopiekontrolle: Hilfe bei fortschreitender Kurzsichtigkeit

Eine bestehende Kurzsichtigkeit kann leider nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber: Es gibt heutzutage bereits sehr effektive Möglichkeiten, ein Fortschreiten dieser zu verhindern bzw. zu verlangsamen. Das Stichwort lautet hier Myopiekontrolle – eine Therapie, bei der spezielle Kontaktlinsen das Längenwachstum des Auges verlangsamen bzw. stoppen, so dass die Kurzsichtigkeit sich nicht rasant weiterentwickeln kann.

Aktuell kommen zwei Kontaktlinsen-Varianten bei der Myopiekontrolle zum Einsatz, mit Hilfe derer das Fortschreiten der Myopisierung um ein Drittel bis in bestimmten Fällen sogar um 80 Prozent reduziert werden kann.

  • Einerseits gibt es spezielle Nachtlinsen, die – wie der Name schon sagt – nachts während des Schlafens getragen werden und dabei die Hornhaut in die gewünschte Form drücken. Diese Methode nennt man Orthokeratologie – vergleichbar ist sie in etwa mit der Funktionsweise einer Zahnspange.
  • Die zweite Variante sind Kontaktlinsen mit peripherem Defocus – dabei wird der gewünschte optische Effekt durch unterschiedliche Stärken innerhalb der Linse erzielt. Diese Kontaktlinsen sind ähnlich aufgebaut wie Gleitsichtlinsen, jedoch mit anderen optischen Geometrien.

Um eine progressive Myopie im Kindes- bzw. Jugendalter erfolgreich einzudämmen, müssen diese Kontaktlinsen exakt an die Bedürfnisse des jeweiligen Auges angepasst werden. Dies geschieht beim Kontaktlinsenspezialisten, der in diesem Rahmen auch die richtige Handhabung und Pflege der Kontaktlinsen erklärt – ein wesentlicher Faktor bei jeder Art von Kontaktlinse, gerade bei jungen Trägern.

Kurzsichtigkeit bei Kindern: Wie man selbst vorbeugen kann

Augengesundheit ist zweifellos auch eine Frage des Lebensstils. Als Elternteil kann man seinem Kind diesbezüglich durchaus als gutes Vorbild dienen bzw. bei kleinen Kindern entsprechend vorbeugen – am besten mit folgenden Tipps:

Kurzsichtigkeit bei Kindern Optiker Steiermark© Pixabay/PublicDomainPictures
Tipp für Eltern, um Kurzsichtigkeit bei Kindern vorzubeugen: Den Sprösslingen am besten von klein auf beibringen, dass der Abstand beim Lesen ca. 40 cm betragen sollte.
  • Am besten von klein auf täglich mindestens 1,5-2 Stunden im Freien verbringen fördert die Entwicklung und Gesundheit der Augen.

  • Das Tragen einer qualitativ hochwertigen Sonnenbrille als Schutz vor UV-Strahlung ist bereits für Kinder wichtig – detaillierte Infos rund um Kindersonnenbrillen gibt es hier.

  • Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vitaminreichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukten beeinflusst auch die Entwicklung der Augen positiv

  • Beim Lesen und Lernen auf gute Lichtquellen achten – am besten für die Augen ist Tageslicht.

  • Beim Lesen und/oder Arbeiten am Bildschirm (Smartphone, Tablet, Computer) sollte ausreichend Abstand zu den Augen (Richtwert: mehr als 40 cm) gegeben sein.

  • Bereits Schulkinder sollten an regelmäßige Lese-, Lern- und Arbeitspausen gewöhnt werden, um die Augen nicht zu überlasten. Tipp: Auch junge Augen freuen sich über eine Runde Augen-Yoga als Entspannung zwischendurch.

  • Um eventuelle Fehlsichtigkeiten früh genug zu erkennen, sollten auch Kinder regelmäßig zum Sehtest. Wie oft und ab welchem Alter ein Sehtest empfohlen wird, kannst du hier nachlesen.

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