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Sicca-Syndrom: Wie trockene Augen entstehen und was dagegen hilft

Gerät der Tränenfilm aus der Balance, sind brennende, juckende und gerötete Augen die Folge. Unsere Tipps helfen, trockenen Augen vorzubeugen bzw. verschaffen Linderung, wenn’s brennt.
Service – 12. September 2018

Oft verbindet man trockene Augen mit zuviel Arbeit am Computer bzw. zu langem Aufs-Smartphone-Starren. Was in unserem digitalen Zeitalter auch naheliegend ist – und definitiv mit verantwortlich. Und mal ehrlich: Hin und wieder gereizte Augen zu haben, ist normal und lässt sich auch kaum vermeiden. Bildschirmarbeit und Smartphones sind aber bei weitem nicht die einzigen Gründe für das Austrocknen der Augenoberfläche – die Ursachen sind mannigfaltig und reichen von täglichen Gewohnheiten bis zu hormonellen Faktoren. Werden trockene Augen zum Dauerzustand, spricht man im Fachjargon vom Sicca-Syndrom. Ebenso vielfältig wie die Auslöser sind auch die Ansätze, um den unangenehmen Symptomen trockener Augen entgegenzuwirken.

In diesem Artikel erfährst du

  • wie das Sicca-Syndrom überhaupt entsteht
  • wie dein Lebensstil deine Augengesundheit beeinflusst
  • was im Akutfall bei trockenen Augen hilft und
  • was du vorbeugend gegen trockene Augen tun kannst.

Sicca-Syndrom: Hintergründe und Symptome

Hinter dem im Volksmund als „Trockene Augen“ bekannten Leiden steckt eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Hervorgerufen wir diese durch einen Mangel an Tränenflüssigkeit bzw. eine Veränderung des Tränenfilms. Wird die Lipidschicht des Tränenfilms zu dünn, reißt sie auf und der wässrige Anteil verdunstet zu schnell. Infolge dessen wird das Auge nicht mehr ausreichend befeuchtet – Jucken, Brennen, Rötungen und oft auch das Gefühl von Fremdkörpern oder „Sand im Auge“ sind die Folge. Viele Betroffene empfinden dann auch helles Licht und Zugluft an den Augen als unangenehm oder gar schmerzhaft.

Besteht das Problem der Augentrockenheit länger, werden durch die fehlende Feuchtigkeit Horn- und Bindehaut nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt – was sie anfälliger für Entzündungen macht und chronische Reizungen nach sich ziehen kann.

Trockene Augen: Welche Faktoren spielen mit?

  • Wie bereits eingangs erwähnt ist Bildschirmarbeit einer der Gründe für trockene Augen. Mehrere Stunden täglicher Computerarbeit sind für viele mittlerweile Standard – Pausen sind aufgrund des Arbeitspensums nicht möglich oder werden einfach vernachlässigt. Und selbst nach Feierabend gönnt man den Augen keine Bildschirm-Pause, sondern beschäftigt sich mit Smartphone, Tablet oder den neuesten Fernsehserien … Das Dilemma dabei: Beim Starren auf Monitore vergessen wir, zu blinzeln – das Auge wird unzureichend mit Tränenfilm benetzt und trocknet aus.
  • Dazu kommt, dass die Luft in Büros bzw. auch in Wohnräumen oft viel zu trocken ist – ein Problem, das im Winter durch warme Heizungsluft noch verstärkt wird. Trinkt man dazu noch zu wenig und verbringt kaum Zeit im Freien, ist der Nährboden für trockene Augen perfekt.
  • Vom Sicca-Syndrom betroffen sind aber auch viele Kontaktlinsenträger. Durch die Linse, die auf dem Tränenfilm schwimmt, wird der Tränenfilm oft nicht mehr gleichmäßig verteilt. Oft entstehen trockene Augen aber auch dadurch, dass Kontaktlinsen weit über die empfohlene Tragedauer hinaus im Auge belassen werden.
  • Von der so genannten „Keratoconjunctivitis sicca“, einer Entzündung der Horn- und Bindehaut durch trockene Augen, sind Frauen generell öfters betroffen als Männer. Als Grund dafür werden häufigere Schwankungen im Hormonhaushalt vermutet. Allgemein können trockene Augen durch Umgebungsfaktoren und Hormonschwankungen entstehen, aber auch durch bestimmte Krankheiten und Medikamente verursacht werden.

Was tun gegen trockene Augen?

Wenn du bereits unter den Symptomen trockener Augen leidest, helfen unsere Notfall-Tipps. In Kombination mit den Vorsorge-Tipps kannst du trockene Augen langfristig effektiv bekämpfen bzw. die Symptome abschwächen.

NOTFALL-TIPPS:

  • Sofortige Linderung verschaffen üblicherweise spezielle Augentropfen, die der Tränenflüssigkeit nachempfunden sind und in diesem Fall deren Funktion übernehmen. Aber: Einfach irgendwelche Augentropfen im Drogeriemarkt zu kaufen, kann nach hinten losgehen – denn jedes Auge hat andere Bedürfnisse. Besser, du stattest deinem Augenoptikermeister/ Optometristen oder deinem Augenfacharzt einen Besuch ab – er weiß exakt, welche Tropfen deinen Augen guttun. Es gibt mittlerweile auch gelartige Tropfen mit Hyaluronsäure, die noch länger im Auge verbleiben.

  • Augentropfen können auch verwendet werden, wenn du Kontaktlinsen trägst. Besser ist allerdings, bei durch Trockenheit gereizten Augen die Linsen zu entfernen und so lange eine Brille zu tragen, bis die Symptome verschwunden sind.

VORSORGE-TIPPS:

  • Beim Arbeiten am Bildschirm (aber auch beim Gamen oder Lesen) regelmäßige Pausen einlegen, den Blick vom Monitor/Buch abwenden und bewusst blinzeln. Spezial-Tipp: Augen-Yoga! Mit diesen Übungen entspannst du deine Augenmuskulatur und sorgst gleichzeitig für eine bessere Benetzung deiner Augen– und gereizte, müde Augen sind im Nu wieder fit.

  • Auf ausreichend Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen achten – dazu im Winter ein feuchtes Tuch über den Heizkörper hängen bzw. eine mit Wasser gefüllte Schale daraufstellen (wichtig: Wasser täglich wechseln!). Zusätzlich regelmäßiges (Stoß-)Lüften nicht vergessen, um Räume stets mit genügend Frischluft zu versorgen. Stark klimatisierte bzw. verrauchte Räume können die Augen ebenfalls reizen – wenn möglich meiden!

  • Lebensstil: Ja, auch deine täglichen Gewohnheiten können mit dazu beitragen, das Risiko für trockene Augen zu vermindern. Ausreichend Schlaf, viel Bewegung im Freien und genügend trinken (für Bildschirmarbeiter gilt: Wasserkrug am Schreibtisch platzieren!) sowie eine ausgewogene Ernährung mit vielen gesunden, frischen Lebensmitteln wirken sich positiv aus.

  • Du bist Kontaktlinsenträger? Dann solltest du deinen Augen regelmäßig Entspannung gönnen – sprich, an ein paar Tagen die Woche auf Linsen verzichten und stattdessen eine Brille tragen. Ist das z. B. im Job nicht möglich, dann gilt: Am besten gleich nach Feierabend Kontaktlinsen raus und Brille rauf! Weiters darauf achten, die empfohlene Tragedauer der jeweiligen Linse nicht zu überschreiten.

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