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Welttag des Sehens: 8 Tipps für gesunde Augen

Am 13. Oktober ist Welttag des Sehens. Die beste Gelegenheit, unseren Augen DANKE zu sagen – für alles, was sie täglich leisten Denn: Augengesundheit ist nicht selbstverständlich.
Service – 13. Oktober 2022

Am zweiten Donnerstag im Oktober findet jährlich der Welttag des Sehens (World Sight Day) statt. Im Fokus steht dabei wie bereits im Vorjahr das internationale Aktionsprogramm VISION 2020 – das Recht auf Augenlicht.

Nach Angaben der WHO leiden weltweit mindestens eine Milliarde Menschen an einer Seheinschränkung. Hauptursachen für Sehbehinderungen sind Grauer Star und unkorrigierte Brechungsfehler sowie altersbedingte Makula-Degeneration, Glaukom, diabetische Retinopathie, Infektionskrankheiten des Auges und Traumata.

Ziel der World Health Assembly ist es, die Hauptursachen der Fehlsichtigkeit bis  2030 weltweit zu reduzieren – durch vermehrte Kataraktoperationen, effektivere Brillenanpassung und eine international bessere Versorgung mit augenmedizinischen Dienstleistungen.

Self-Care fürs Auge? So geht's

80 Prozent aller Informationen, die in unserem Gehirn ankommen, werden visuell aufgenommen. Kein Wunder also, dass die Augen als wichtigstes Sinnesorgan gelten – deren Wohlergehen wir selbst durch Vorsorge und einen bewussten Lebensstil wesentlich beeinflussen können.

 

In diesem Beitrag erfährst du

  • was unsere Augen täglich leisten,
  • welchen Herausforderungen sie gegenüberstehen und
  • was du selbst für die Gesundheit deiner Augen tun kannst.
Welttag des Sehens – Optiker Steiermark© unsplash/Amanda Dalbjörn
Hochleistungssportler: Unsere Augen sind von früh bis spät im Einsatz – umso mehr sind wir selbst gefragt, sie täglich bestmöglich zu unterstützen.

Die größten Herausforderungen für die Augen

Macht man sich bewusst, welche Leistung die Augen täglich erbringen – nämlich je nach Lebensstil und Berufstätigkeit zwischen 4.000 bis 17.000 Pupillenreaktionen und zwischen 12.000 bis 33.000 Blickbewegungen pro Tag – ist sofort klar: Unsere Sehorgane sind Hochleistungssportler. Die allseits digitalisierte Welt, der ständige Blick auf Smartphone und Monitor sowie teils viel zu wenig verbrachte Zeit im Freien machen den Augen noch zusätzlich zu schaffen.

Augenprobleme wie das Sicca-Syndrom (trockenes Auge) nehmen ebenso zu wie Kurzsichtigkeit, die heutzutage schon oft im Kindesalter beginnt. Modellrechnungen zufolge sollen 2050 bereits 50 Prozent der Weltbevölkerung kurzsichtig sein (Quelle: Vereinigung österreichischer Augenärzte).

Augengesundheit ist demnach keine Selbstverständlichkeit – es gibt aber vieles, was du selbst für deine Sehorgane tun kannst. Die folgenden (Vorsorge-)Tipps helfen, deine Augen zu entlasten und das Risiko für Sehschwächen und Krankheiten zu reduzieren.

8 Tipps für gesunde Augen

Regelmäßige Sehtests und perfekte Anpassung

Experten empfehlen mindestens einmal jährlich einen Augen-Check beim Fachoptiker, bei Kindern ggf. sogar öfters. Da Augen so individuell sind wie Fingerabdrücke, müssen auch Brillen und Kontaktlinsen optimal angepasst werden, um perfekte Sicht und Verträglichkeit zu garantieren (was bei schnell bestellten Online-Angeboten oft nicht der Fall ist).

Der Fachoptiker misst nicht nur Stärke und anatomische Gegebenheiten des Auges exakt aus, sondern passt die Brille bzw. Kontaktlinsen auch genau an persönliche Bedürfnisse und Gewohnheiten an – was nicht nur schärfere Sicht garantiert, sondern die Augen gerade bei intensiver Sehbelastung (Smartphone, Arbeit am Computer) enorm entlastet.

Wichtig: Mittlerweile gibt es auch spezifische Brillen für verschiedenste Einsatzbereiche – von der Bildschirm- über die Autofahrer- bis hin zur Sportbrille. Wer’s probiert, merkt den Unterschied sofort!

Welttag des Sehens Optiker Steiermark© iStock/Darunechka
Der Augengesundheit zuliebe empfehlen Experten regelmäßige Sehtests.

Sonnenschutz fürs Auge

UV-Strahlung ist einer der wesentlichsten Auslöser für Augenprobleme und –krankheiten. Denn wie die Haut können auch die Augen inklusive Hornhaut und Netzhaut einen Sonnenbrand bekommen – mit oft verheerenden gesundheitlichen Folgen. Was viele nicht wissen: Auch bei Bewölkung gelangt immer noch ein Großteil der UV-Strahlung durch. Schützen lassen sich die Augen mit einer qualitativ hochwertigen Sonnenbrille mit 100%igem UV-Schutz – und das am besten schon für Kinder.

Wichtig: Wie effektiv eine Sonnenbrille vor UV-Strahlung schützt, hängt mitunter auch von den  Tragegewohnheiten ab. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Blinzeln und Pausieren bei der Bildschirmarbeit

Wie lange jeder von uns jeden Tag auf einen Computermonitor oder ein Display schaut, ist arbeits- und gewohnheitsbedingt individuell. Bei vielen kommen allerdings täglich mehrere Stunden zusammen – was unsere Augen enorm herausfordert.

Nicht umsonst leiden immer mehr Menschen unter trockenen Augen (im Fachjargon als Sicca-Syndrom bezeichnet) bzw. unter dem Office-Eye-Syndrom. Einer der Gründe dafür: Bei der Arbeit am Bildschirm (aber auch beim Serien-Schauen, Gamen oder Lesen) blinzeln wir unbewusst zu wenig oft, wodurch der Tränenfilm austrocknet.

Darum: Sich angewöhnen, öfters zu blinzeln und regelmäßige Bildschirmpausen einlegen (mehr dazu in diesem Artikel). Ein guter Anhaltspunkt ist die 20-20-20-Regel, die besagt: Alle 20 Minuten 20 Sekunden Pause von digitalen Geräten und den Blick auf einen Punkt in 20 Meter Entfernung richten. Auch eine Runde Augen-Yoga lässt sich unkompliziert im Büro einlegen – und entspannt angestrengte Augen sofort.

Welttag des Sehens Optiker Steiermark© iStock/rosshelen
Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Alltag sind unsere Augen heutzutage ständig mit Displays und Bildschirmen beschäftigt.

Ausreichend Wasser

Gerade bei trockenen Augen gilt: Unbedingt genug Wasser trinken – zwei bis drei Liter pro Tag halten die Augen ausreichend feucht. Als Unterstützung bei trockenen Augen können Augentropfen mit Hyaluronsäure helfen. Hier allerdings unbedingt darauf achten, dass sie keine Konservierungsstoffe enthalten – diese können die Augen zusätzlich reizen und den Tränenfilm destabilisieren.

Apropos Konservierungsstoffe: Wer unter empfindlichen Augen leidet, sollte auch bei Kosmetika zur konservierungsstofffreien Variante greifen.

Augen lieben frische Luft

Nicht nur für eine gesunde Entwicklung der Augen bei Kindern (mehr zum Thema hier) ist Tageslicht und ausreichend Zeit im Freien vonnöten. Auch Erwachsene sollten ihre Augen täglich „durchlüften“ – zum Beispiel bei einem Spaziergang als Arbeits- (und Bildschirm-)Pause.

Vor allem im Herbst und Winter ist die Luft in beheizten Räumen oft zu trocken, was auch den Augen zu schaffen macht. Was hilft: Regelmäßig lüften oder Gefäße mit Wasser auf die Heizung stellen. Beim Lüften allerdings starke, direkte Zugluft vermeiden, ebenso wie Luftzug von der Klimaanlage im Sommer.

Welttag des Sehens Optiker Steiermark© Pexels/Pixabay
Jeden Tag Zeit im Freien zu verbringen wirkt sich positiv auf die Augenentwicklung von Kindern aus.

Genügend Schlaf

Wie bereits eingangs erwähnt: Unser Lebensstil beeinflusst nicht nur unser allgemeines Wohlbefinden, sondern auch das unserer Sehorgane. Wer ausreichend schläft (empfohlen werden sieben bis acht Stunden täglich), gönnt seinen Augen Zeit für die nächtliche Regeneration. Die noch effektiver funktioniert, wenn man vor dem Abend auf Blaulichtbestrahlung verzichtet, sprich, Handy und Tablet aus dem Schlafzimmer verbannt – übrigens auch die perfekte Strategie für einen erholsamen Schlaf-Wach-Rhythmus.

Wie Schlaf und Augengesundheit zusammenhängen, erfährst du auch in diesem Beitrag.

Massage für die Lider

Eine effektive Methode zur Vorbeugung trockener Augen ist die Lidrandmassage. Sie hält die Lidrand- bzw. Meibomdrüsen – etwa 70 davon verteilen sich entlang der Ober- und Unterlider – aktiv, die mitverantwortlich für die Bildung des Tränenfilms sind.

Was man braucht: Einen Waschlappen, der in maximal 60 Grad warmem Wasser getränkt wird bzw. eine erwärmte Gelmaske (unbedingt vorher an einer „sicheren“ Stelle (wie Handrücken, Handgelenk) testen, ob die Temperatur nicht zu hoch ist!). Den Lappen oder die Maske etwa 10 Minuten lang auf die geschlossenen Augen legen, anschließend abnehmen.
Für die Augenlidmassage bei geschlossenen Augen erst vorsichtig mit einem Finger am Oberlid von oben nach unten und am Unterlid von unten nach oben bis zur Lidspalte streichen, anschließend von außen nach innen in Richtung Nase. So werden die durch die Erwärmung verflüssigten Sekrete der Lidranddrüsen verteilt.

Nahrung für die Augen

Der Mythos von den Karotten, die die Sehkraft verbessern, ist mittlerweile überholt. Allerdings enthalten Karotten mit Beta-Carotin, einer Vorstufe des Vitamin A, tatsächlich einen Inhaltsstoff, der für den Aufbau der Sehpigmente Rhodopsin und Iodopsin benötigt wird und somit wichtig für die Sehkraft ist. In Entwicklungsländern stellt Vitamin-A-Mangel immer noch ein Problem dar, in unseren Breiten tritt ein solcher Mangel grundsätzlich nicht auf.

Trotzdem: Eine vitamin- und nährstoffreiche Ernährung kann die Sehkraft sehr wohl positiv beeinflussen. Vor allem grünes Gemüse wie Spinat, Brokkoli, Salate und Kohl tun der Augengesundheit gut – die enthaltenen Substanzen Lutein und Zeaxanthin können unter anderem der altersbedingten Makula-Degeneration vorbeugen.

Welttag des Sehens Optiker Steiermark© Pexels/Pixabay
Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem (vor allem grünem!) Gemüse fördert die Gesundheit unserer Augen.

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