Menü
© Pexels/Vlada Karpovich

Bildschirmarbeit und das Office Eye Syndrom

Bildschirmarbeit verlangt den Augen einiges ab: Rund 70 Prozent der Menschen, die viel Zeit vorm Monitor verbringen, sind fehlsichtig, mehr als 80 Prozent leiden unter Augenbeschwerden beim Arbeiten. Wie man seine Augen vor dem Office Eye Syndrom schützt, verraten wir hier.
Service – 28. April 2021

Experten sind sich einig: Nichts setzt den Augen mehr zu als tägliche, mehrstündige Bildschirmarbeit. Vom Office Eye Syndrom – die Folge exzessiver Bildschirmnutzung für die Augen – sind aber nicht nur jene betroffen, die am Monitor arbeiten. Denn auch die durch die Coronakrise verstärkte Verwendung von Smartphone, Tablets, der Zeitvertreib durch Serienmarathons und Gaming stressen die Sehorgane enorm. In diesem Beitrag erfährst du

  • Welche Auswirkungen Bildschirmarbeit auf die Augen hat bzw. was hinter dem Office Eye Syndrom steckt und
  • was Experten empfehlen, um die Augen bei der Nutzung von Bildschirmen zu entlasten und so gesundheitliche Folgen zu vermeiden.

Office Eye Syndrom: Die Hintergründe

Ob Büro oder Homeoffice: Nichts stresst die Augen mehr als tägliche Bildschirmarbeit. Wie sehr sie den Sehorganen zusetzt, wird Experten zufolge leider immer noch unterschätzt. Dabei sind die Zahlen alarmierend: Unter den erwachsenen Österreichern sind rund 50 Prozent fehlsichtig – von denen, die am Computer arbeiten, sogar mehr als 70 Prozent. Studien belegen, dass 83 Prozent der Bildschirmarbeiter bereits unter Augenproblemen leiden.

Wenn man sich ansieht, wie viele Stunden wir täglich vor Bildschirmen verbringen, ist das eigentlich kein Wunder: 6,4 Stunden sind es täglich im Schnitt – und das meist mit viel zu wenigen Unterbrechungen. Die meisten sitzen 1,5 bis drei Stunden durchgehend vor dem Monitor, ohne ihren Augen eine Ruhepause zu gönnen. Das Problem dabei: Wer ständig auf den Bildschirm starrt, vergisst zu blinzeln. Die Augen trocknen aus, werden gereizt und brennen, die Sicht wird verschwommen, irgendwann gesellen sich Kopfschmerzen dazu – die typischen Symptome des Office Eye Syndroms. Nicht zu vergessen, dass langes Fokussieren auf dieselbe Sehdistanz, sprich den Monitor, die Augenmuskeln überlastet. Werden diese Muskeln nicht durch regelmäßige Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht trainiert, begünstigt dies Fehlsichtigkeiten.

Ein weiteres Problem sind schlechte Angewohnheiten bei der Bildschirmarbeit: Eine gekrümmte Sitzhaltung, zu wenig Abstand zum Monitor, schlechtes Licht, aber auch unpassende Brillen belasten die Augen zusätzlich. So sind weder Gleitsicht- noch klassische Lesebrillen für die Arbeit am Bildschirm geeignet. Nicht zuletzt kann auch das Raumklima die Entstehung des Büroaugensyndroms fördern. In den meisten Büros bzw. Homeoffices ist es nicht nur zu warm und trocken, es wird auch zu wenig gelüftet.

Bildschirmarbeit und Office Eye Syndrom – Optiker Steiermark© Pexels/Marcus Aurelius
Auch Ermüdung und Kopfschmerzen zählen zu den Symptomen des Office Eye Syndroms.

Tipps und Tricks: Wie man dem Office Eye Syndrom vorbeugen kann

Die gute Nachricht: Das Risiko fürs Office Eye Syndrom lässt sich mit wenigen Tricks wesentlich reduzieren. So appellieren Experten an Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter im richtigen Umgang mit Bildschirmarbeit zu schulen. Aber auch, wenn du im Homeoffice arbeitest, kannst du deinen Arbeitsplatz augenfreundlich gestalten und negative Angewohnheiten in positive umwandeln. Dasselbe gilt für Gamer bzw. Serienfans – bzw. generell für jeden, der viel Zeit vor Displays verbringt.

  • Wer seinen Bildschirm richtig platziert, kann seine Augen enorm entlasten. Als Anhaltspunkt gilt ein Abstand von 50 bis 75 cm zwischen Monitor und Auge, wobei die Oberkante auf Augenhöhe liegen und sich die Lichtquelle im rechten Winkel dazu befinden sollte.
  • Experten empfehlen, bei der Arbeit am Bildschirm stündlich eine Pause einzulegen. In dieser Zeit solltet du bewusst öfters blinzeln und Blickübungen durchführen: Einfach abwechselnd Gegenstände in der Nähe und Ferne fokussieren hält die Augenmuskeln fit. Wichtig: Nach vier Stunden Bildschirmarbeit brauchen die Augen eine längere Pause – die man nicht am Smartphone verbringen sollte. Maximale Entspannung für die Sehorgane liefert zum Beispiel eine Runde Augen-Yoga.
  • Dass Bildschirmbrillen bei Computerarbeitern immer mehr im Kommen sind, ist kein Wunder: Sie entspannen die Augen bei der Arbeit, sorgen für weniger schnelles Ermüden und erhöhen die Konzentration. Jedoch nur unter der Bedingung, dass sie von Expertenhand, sprich vom Fachoptiker angepasst werden – unter anderem an den Abstand von Auge zu Monitor als auch an persönliche Gewohnheiten. Das Tolle an Bildschirmbrillen: Man muss dafür gar nicht fehlsichtig sein bzw. eine Brille tragen – auch ohne Sehschwäche, aber auch als Kontaktlinsenträger profitiert man von den Vorteilen. Denn die Blueblock-Gläser von Bildschirmbrillen filtern auch den intensiven Blaulichtanteil von Displays heraus, der nicht nur den Augen schadet, sondern langfristig sogar den Hormonhaushalt durcheinanderbringen kann.
  • Nicht zuletzt spielt – wie bereits erwähnt – auch das Raumklima bei der Entstehung des Office Eye Syndroms eine wesentliche Rolle. Ideal beim Arbeiten am Bildschirm sind Temperaturen von 20 bis 22 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 40 Prozent. Vor allem in der Heizperiode ist regelmäßiges Stoßlüften das A und O für ein gesundes Raumklima, das nicht nur den Augen guttut, sondern auch die Konzentration fördert. Und: Gerade bei trockener Raumluft solltest du ausreichend trinken. Wer bereits unter trockenen, gereizten Augen leidet, dem helfen Augentropfen mit Hyaluronsäure.

 

Auch #sehenswert