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© iStock/siphotography

Presbyopie: Wenn die Augen „erwachsen“ werden

Tipps für 40+: Warum es ganz normal ist, dass wir ab einem gewissen Alter von der Presbyopie – weithin bekannt als Altersweitsichtigkeit – geplagt werden und welche Arten von Brillen bzw. Kontaktlinsen dann wieder für perfekten Durchblick sorgen.
Service – 5. September 2018

Es beginnt meist zwischen 40 und 50: Plötzlich muss man das Smartphone, die Zeitung oder Etiketten beim Einkaufen weiter von sich weghalten, weil Worte und Zahlen in der Nähe verschwommen erscheinen. Angenehm ist das natürlich nicht – weshalb viele es erst einmal nicht wahrhaben wollen, dass sie schlechter sehen und weiterhin so tun, als würden sie eh alles erkennen und lesen können. Aber keine Sorge: Die Veränderung der Augenlinse mit dem Alter – im Fachjargon Presbyopie genannt – ist völlig normal und keine Krankheit!

 

In diesem Artikel erfährst du,

  • in welchem Zeitraum bzw. Altersbereich das Auge „erwachsen“ wird und warum Presbyopie ein natürlicher Vorgang ist
  • was hinter dieser altersbedingten Autofokus-Sehschwäche steckt und
  • welche Brillen- bzw. Kontaktlinsen-Lösungen es gibt und für welche Sehbedürfnisse diese jeweils geeignet sind.

Was passiert mit dem Auge beim „Erwachsenwerden“?

Presbyopie ist eine Sehschwäche, die den Autofokus der Augenlinse betrifft, je nach Person langsam im vierten bzw. fünften Lebensjahrzehnt einsetzt und mit etwa 65 abgeschlossen ist. Bemerkbar macht sie sich üblicherweise beim Lesen oder beim Umgang mit dem Smartphone.
Der normale Leseabstand von Auge zu z. B einem Buch beträgt etwa 35 Zentimeter, bei größeren Personen ca. 45 Zentimeter. Um in diesem Nahbereich scharfstellen zu können, muss sich die Linse wölben. Dabei zieht sich ein Ringmuskel im Ziliarkörper des Auges zusammen, wodurch sich der Aufhängeapparat der Linse zugleich entspannt und die Linse kugelförmig wird (was ihrer natürlichen Form entspricht).

Bei der Presbyopie ist diese Fähigkeit der Naheinstellung reduziert. Warum? Durch den Alterungsprozess verhärtet sich die Linse und ist nicht mehr so beweglich. Ein natürlicher Prozess, der bei allen Menschen ab der Geburt beginnt und sich früher oder später bemerkbar macht – und der sich übrigens auch nur sehr begrenzt durch spezielle Augentrainings aufhalten lässt!

Die Folge: Die Bereiche, auf die das Auge scharf stellen kann, rücken immer weiter in die Ferne. So erklärt sich auch, warum man sehr oft Menschen ab einer gewissen Altersklasse sieht, die die Arme zum Lesen ausstrecken oder die ihr Smartphone weit von sich weghalten, um auf der Anzeige alles erkennen zu können.

Ist Presbyopie eine Krankheit?

Im Volksmund wird Presbyopie auch oft als „Altersweitsichtigkeit“ bezeichnet. Dies ist aber nicht korrekt, denn die Ursache einer klassischen Weitsichtigkeit ist ein Brechungsfehler des Auges, der in diesem Fall nicht gegeben ist – wenn, dann müsste man von Alterssichtigkeit sprechen.

In der Ferne ist das Auge dabei immer noch normalsichtig, weil es das Bild weiterhin scharf auf der Netzhaut abbilden kann – aber eben nur, wenn die Distanz zum Objekt passt. Genau genommen ist die Presbyopie also weder eine Krankheit noch eine Fehlsichtigkeit – sondern einfach eine physische Veränderung, die die Zeit mit sich bringt.

Betroffen sind auch Personen, die davor (nur) kurzsichtig waren – bei ihnen macht sich die Presbyopie dadurch bemerkbar, dass sie immer öfter die Brille abnehmen müssen, um scharf zu sehen. Kurzsichtigen Frauen über 50 bringt die „Altersweitsichtigkeit“ sogar einen praktischen Vorteil – denn sie können sich dadurch meist wieder einfacher ohne Brille schminken. Keine Sorge: Für alle anderen gibt es spezielle Schminkbrillen.

Welche Brille bei Presbyopie?

  • Viele greifen irgendwann, wenn ihnen das verschwommene Sehen in der Nähe zu sehr auf die Nerven geht, erst einmal zu einer Lesebrille. Diese ermöglicht wieder komfortables Sehen in der Nähe – allerdings wird dabei nur eine bestimmte Distanz, genauer gesagt der persönliche Leseabstand, optimal abgebildet.
  • Eine komfortablere Lösung bei Presbyopie ist die Nahbereichs bzw. Bildschirmbrille. Damit sieht man den gesamten Nah- und Arbeitsbereich immer perfekt scharf – vom Kleingedruckten in der Zeitung bis hin zum gegenübersitzenden Gesprächspartner.
  • Die Allround-Lösung für jede Lebenslage ist eine Gleitsichtbrille: Sie liefert immer scharfe Bilder in allen Distanzen – vom Autofahren über Arbeiten am Bildschirm bis hin zum Lesen. Mit einer Gleitsichtbrille erspart man sich im Gegensatz zu Lesebrillen das ständige „Brille-rauf-Brille-runter“-Spiel.
  • Für speziellere „SehLebenslagen“ gibt es auch tolle individuelle Lösungen – z. B. die erwähnten Bildschirmbrillen für den Computerarbeitsplatz, Brillen für bestimmte Hobbys (etwa zum Musizieren), Sportbrillen mit kleinerem Nahbereich, Schminkbrillen etc.
  • Du bist Kontaktlinsenträger bzw. möchtest auf keinen Fall eine Brille tragen? Dann gibt es auch die Möglichkeit von Gleitsicht-Kontaktlinsen (auch Multifokallinsen genannt), die dir wieder klare Sicht auf Nah und Fern garantieren.

 

Hast du das Gefühl, dass deine Augen langsam erwachsen werden, du in der Nähe Dinge schlechter erkennst oder dir beim Lesen schwer tust? Nun, das ist kein Grund zur Sorge – denn wie schon erwähnt, betrifft Presbyopie früher oder später jeden von uns. Am besten lässt du deine Augen von deinem Fachoptiker checken – er hilft dir, die perfekte Brille (bzw. Kontaktlinse) für deine persönlichen Sehbedürfnisse zu finden.

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